Französische Artillerie - Gegossen aus den Prince August Formen 518, 519 und 520

Für die Artillerie der Franzosen stehen uns 3 Formen zur Verfügung, die Nummern 519 und 520 enthalten jeweils zwei Artilleristen und die Form 518 die dazu passende Kanone. Und gleich vorab: die Kanonenform erwies sich leider als äußerst sperrig, dazu unten mehr.

Dargestellt werden hier die Soldaten der französischen reitenden Artillerie von ungefähr 1812 oder 1813. Die sog. "reitende Artillerie" war vollständig beritten unterwegs während bei der sog. "Fußartillerie" die Kanonen zwar auch von Pferden gezogen wurden, der Rest der Mannschaft aber zu Fuss marschierte. Für unsere Darstellung ist das natürlich unerheblich. Ich habe auch noch keine Aufstellung von Wargaming-Figuren gesehen, die auf diese Unterscheidung wirklich Rücksicht nimmt. Man sieht schon mal das Protzen (also die "Zugmaschine") und Pferde dazugestellt werden um anzuzeigen ob die Kanonen aufgeprotzt (angehängt) oder schon abgehängt sind. Kann man machen, macht aber nur bei entsprechenden Spielregeln Sinn, z.B. wenn davon die Bewegungsreichweiten oder die Möglichkeit zu schießen abhängen.



Darstellung aus dem späten 19. Jahrhundert


Wie immer weichen die Darstellungen, die ich finden konnte (Knötel, Haythornwaite, Funken, Schick/Halem) erkennbar voneinander ab. Hat mit der Quellenlage zu tun aber manchmal auch damit aus welchem Jahr genau die Uniform stammt. Das soll uns aber nicht stören. Wir suchen uns ein Muster aus und daran halten wir uns. Wenn selbst die Experten es nicht ganz genau wussten, warum sollten wir uns wegen Kleinigkeiten den Kopf zerbrechen? Herbert Knötel hat uns eine Darstellungen hinterlassen die als Malvorlage dienen sollen. Die Uniformen der Artilleristen sind wie üblich sehr bedeckt gehalten, in diesem Fall fast ganz in Blau. Das Kanonen-Handwerk war eben ein dreckiger Job, da konnte man mit weißen Hosen nichts anfangen.



Knötel-Blatt 16/53, "Reitende Artillerie unter Napoleon I.", Darstellung von Uniformen um 1813


Die Gießformen für die Artilleristen sind sehr einfach, man muss nicht unbedingt Luftkanäle schneiden. Ich war aber wie immer ungeduldig, deshalb habe ich auch hier ein bißchen nachgeholfen.









Nette Figuren. Haben sie mal Airfix-Artilleristen (alte Plastikfiguren in 1/72) in der Hand gehabt? Diese Figuren hier erinnern mich sehr daran. Sie haben teilweise recht ähnliche Posen und sind ja auch nur unwesentlich größer.

Die Kanonenform Nr.518

Die hat mir Kopfzerbrechen bereitet. Aber das machen Kanonenformen eigentlich immer. Das Gießen der Räder ist nämlich immer ein Problem weil sich in der Mitte, dort wo das Metall auf einen zentralen Punkt zulaufen muss, zwangsläufig eine Luftblase bildet. Die Luft muss weg, kann aber nirgendwo hin.





Zuerst habe ich deshalb einen Kanal außen um das Rad herum geschnitten, weil ich dachte, das reicht um die Luft "vor sich herzutreiben". Reichte nicht, es war eher unwichtig um ehrlich zu sein.





Man darf sich da nicht täuschen, das Metall floß nach meiner Einschätzung - nachdem ich einige Fehlgüsse gesehen hatte - nicht einfach von oben nach unten. Es trifft auf eine Menge eingesperrter Luft und läuft viel eher den breiteren Rand entlang (vor allem wenn es da nun auch noch den von mir geschnittenen Kanal drumherum gibt...) und erst wenn es dann noch Schwung hat und flüssig genug ist in die Mitte. Wenn dort noch Luft ist, die nicht weg kann, ist Feierabend.





Was es am Ende wirklich brachte, war das Bohren von Luftlöchern in den Speichen. Je mehr ich bohrte desto besser gings. Am Ende entschied ich, in allen Speichen und auf beiden Seiten der Form Löcher zu bohren. Danach gelang fast jeder Guss. Aber der Aufwand war nicht ohne und die Entnahme des Rades ist dann etwas schwierig. Und das Entgraten ist dann auch nicht wirklich lustig.

Hab ich zwar schon mal geschrieben, aber hier nochmal : Sie fragen sich natürlich warum die Kanäle und Luftlöcher da nicht schon drin sind. Ganz einfach: Es geht nicht. Feine Luftkanäle lassen sich bei dem Pressvorgang, mit dem solche Formen hergestellt werden, nicht gut abbilden. Und die Bohrlöcher könnten nur manuell eingebracht werden, das würde die Formen unverhältnismäßig teuer machen. (Außerdem sind die Ur-Formen schon relativ alt, damals war man noch nicht so weit...)

Das Ergebnis

Der Plan sah folgendes vor : 8 Kanonen mit je 4 Mann Bedienung, also 32 Mann. Diese Menge an Artillerie sollte für eine Seite erst einmal reichen.





Die Bemalung der Kameraden ging sehr zügig. Ich setze die Kameraden immer auf Flaschendeckel, dann kann man die Figuren besser halten oder abstellen ohne sie zu berühren und alles zu verschmieren. Ja, wie man sieht, habe ich noch glänzende blaue Farbe (von Humbrol) weil ich die mal im Sortiment hatte. Die muss verbraucht werden, ich schütte das doch nicht weg. (Umwelt? Nachhaltigkeit? Geld?) Diese glänzende (und lösungsmittelhaltige) Farbe braucht natürlich ewig um zu trocknen, fast einen ganzen Tag. Macht aber nichts wenn man alles wie hier im Block abarbeitet und dann stehen lässt. Am nächsten Tab gehts dann weiter. Was schön ist : moderne Enamelfarben, auch die glänzenden, stinken nicht mehr so wie früher, ein echter Segen.

Je nach Lage der Dinge arbeite ich aber auch noch mit ganz normaler Modellbau-Acrylfarbe (wie eben Armypainter) darüber um den Feinschliff oder eine deckende zweite Lage anzubringen. Die Enamel-Farben bilden, wenn man will, tatsächlich eine ganz hervorragende Grundlage.





Eigentlich wollte ich die Artilleristen ja lose um die Kanonen herum aufstellen. Aber als ich die alle so vor mir sah, entschied ich, daß ich die Kameraden mit auf die Standfläche montieren werde. Ich stellte mir vor, bei jeder Bewegung der Kanonen jeweils auch noch 4 Figuren zusätzlich mit versetzen zu müssen und wusste, dass ich das nicht will. Auch beim Aufstellen und späteren Wegräumen macht das nur Aufwand. Jemand schrieb mal : "alles was Zeit kostet rauswerfen" (Featherstone glaube ich). Recht hatte er. Das würde sogar extrem viel Zeit kosten, machen wir also nicht. Jede Kanone (die eine "Batterie" darstellt) wird ein "Element" werden. Das man den Verlust von Bedienungsmannschaften durch Wegnahme von Figuren darstellen muss ist eigentlich unnötig, aber das führe ich später bei Betrachtungen zu Spielregeln noch mal aus.





Die große Überraschung war die, das die 4 Artilleristen nicht auf die vorgesehenen 4,5x4,5cm Standflächen passten. 3 Mann geht, für 4 ist es zu eng. Um aber im 5 Centimeter-Raster zu bleiben wollte ich die Standflächen nicht vergrößern. Sähe außerdem irgendwie blöd aus weil künstlich aufgeblasen. Jetzt stehe ich da mit einem deutlichen Überhang an Artilleristen. Beim nächsten Gießdurchgang werde ich deshalb noch ausreichend Kanonen herstellen um die überzähligen Figuren zu verwenden. Womit ich dann bei insgesamt 10 Kanonen-Einheiten lande, also zwei mehr als geplant. Eine der Kanonen zeigte außerdem doch noch einen schweren Gußfehler, weshalb hier erstmal nur 7 stehen. Kommen also noch drei.





Bei der Farbe für die Standflächen bin ich jetzt übrigens bei "Commando Green" gelandet. Zuerst hatte ich was dunkleres ausprobiert, aber mit einigem Abstand wurden die Figuren dann optisch regelrecht "verschluckt". So geht es denke ich.



Japp, das waren jetzt drei umfangreiche Artikel innerhalb weniger Tage, nicht schlecht. Da habe ich wieder etwas aufgeholt. Es hängt noch einiges in der Pipeline, das noch nicht ganz fertig ist, mal fehlen Bilder,mal der Text, mal muss noch was bemalt oder sonstwie fertiggestellt werden. Das muss aber bis nächste Woche warten, ein bißchen was anderes als das Schreiben muss ich ja auch noch machen.

Aber eines wurde mir dieser Tage wieder klar : Es ist sehr angenehm wenn man in diesen "Corona"-Zeiten ein "Indoor-Hobby" hat das einen praktisch unendlich lange beschäftigen kann. Es soll ja Leute geben, die jetzt schon - also nach wenigen Tagen reduzierter Bewegungsmöglichkeit - am Rad drehen. In dem Sinne: bleiben Sie gesund.







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