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Vagdavercustis - Teil 1 : Projektbeschreibung und erste Abgüsse

Ausgangspunkt für mein Römer-Projekt ist eine kleine Wargaming-Kampagne im Jahr 69 nach Christus, das auch als das "Vierkaiserjahr" in die Geschichtsschreibung einging und dessen größtes kriegerisches Ereigniss - neben dem erbitterten Kampf um und in Rom - der Aufstand der Germanen am Niederrhein war. Das Ganze wird gemeinhin als "Bataveraufstand" bezeichnet. In dieser schicksalhaften Zeit stritten sich vier Anwärter um den Thron des römischen Kaisers. Diese kurze Episode in der römischen Geschichte von August des Jahres 69 bis etwa Ende 70 ist eine geradezu filmreife Story.

Geschichtlicher Hintergrund

Im Jahr 69 schwächelte das römische Imperium. Die Hauptstadt Rom war in einem verherrenden Brand zu einem großen Teil vernichtet worden und die Oberklasse des Reiches war damit beschäftigt, sich gegenseitig auszuspielen, zu vergiften oder anderweitig umzubringen. Der Aufstand in Judäa war noch nicht ganz vorbei und der Aufstand in Britannien (Stichwort : Boudica) war erst ein paar Jahre her. Auch im seit Vercingetorix ruhig gestellten Gallien brach ein Aufstand aus der aber niedergeschlagen werden konnte. In Hispanien fiel der dortige Statthalter Sulpicius Galba schließlich von Nero ab und wurde kurz nach dem Selbstmord des Kaisers von der Prätorianergarde in Rom zum Kaiser ausgerufen.


Wollte doch nur singen : Kaiser Nero. Im Hintergrund das brennende Rom.

In Germanien war das römische Heer mit dieser Entwicklung nicht einverstanden und es rief seinerseits den Legaten Aulus Vitellius, einen beliebten Befehlshaber, zum Kaiser aus. Wenig später darauf wurde Galba in Rom ermordet und die Garde machte sich mit Salvius Otho kurzerhand einen neuen Kaiser. Daraufhin beschloss Vitellius mit etwa 60.000 Mann von Germanien aus nach Italien zu ziehen um den Kaiserthron für sich zu sichern. Amtsinhaber Otho unterlag dann Vitellius in der ersten Schlacht von Bedriacum (bei Cremona) und Vitellius wurde tatsächlich Kaiser. Sechs Monate später allerdings musste dieser sich an praktisch der selben Stelle den Truppen des Marcus Antonius Primus stellen (Zweite Schlacht von Bedriacum), der sich auf die Seite des Feldherrn Flavius Vespasianus gestellt hatte, welcher der vierte Anwärter auf den Kaiserthron war. Nachdem Vitellius in einer seltsamen nächtlichen Schlacht geschlagen wurde, wurde Vespasian schließlich für rund zehn Jahre der nächste römische Kaiser. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Niederschlagung des Aufstandes in Germanien.


Drei der Thronanwärter (v.links.:Galba, Vitellius, Vespasian). Wie man sieht: alles Sympathieträger.

Der Nebel lichtet sich am Niederrhein

Etwa zu der Zeit als Vitellius mit großen Teilen des römischen Heeres Germanien verließ und nach Italien abzog, witterten die Germanen Morgenluft und erkannten eine Gelegenheit das römische Joch endlich abzuwerfen. Angeführt wurde der Aufstand vom germanischen Adligen Iulius Civilis, der als Anführer batavischer Hilfstruppen in römischen Diensten gestanden hatte. Er war in der Zeit davor zusammen mit seinem Bruder Paulus unter Kaiser Nero in Ungnade gefallen und inhaftiert worden. Sein Bruder wurde sogar hingerichtet. Als Nero schließlich Selbstmord begangen hatte (nachdem er mit dem Singen fertig war nehme ich an), wurde Civilis von Galba, der, wie oben erwähnt, für einige Wochen den Thron innehatte, begnadigt. Civilis eilte zurück nach Germanien, sammelte ein Heer um sich und begann damit die Römer zu bekämpfen.

Im Verlauf des Aufstandes kam es zu Raubzügen, Belagerungen, Kämpfen und sogar zu regelrechten Schlachten am Niederrhein bzw. in Niedergermanien. Schließlich setzte der mittlerweile zum Kaiser gewordene Vespasian insgesamt 8 Legionen in Marsch um die Germanen zu stoppen. Eine davon wurde aus Britannien, zwei aus Spanien abgezogen. Angesichts der Tatsache, daß Rom insgesamt "nur" über etwa 30 Legionen verfügte, kann man die Bedeutung des Aufstandes einschätzen.



Mittalterliche Darstellung des Kampfes der Bataver um Xanten (aus : Romanorvm et Batavorvm societas, Grafik von Antonio Tempesta 1555-1630). Man beachte die völlig falsche Darstellung. Tempesta hat alle Personen so eingekleidet wie sie zu seiner Zeit angezogen waren, die Soldaten sehen wie Landsknechte aus. Durch lange Perioden der Geschichte verfügten auch gebildete Personen über keine belastbaren Informationen dazu, wie es zur Zeit der Römer tatsächlich ausgesehen hat.


Im Herbst des Jahres 70 war der Spuk schließlich vorbei. Die Übermacht Roms, diverse verlorene Schlachten, Nahrungsmangel, Winter, Überschwemmungen, Ermüdungen und sogar Verrat sorgten dafür, das die Aufständischen nach etwas mehr als einem Jahr ihren Kampf aufgeben mussten. Ende des Jahres 70 n.Chr. kapitulierte Civilis und es kehrte Ruhe ein.

Das wäre der Hintergrund, für eine kleine Kampagne mit Römern und Germanen. Diese Episode finde ich natürlich vor allem deshalb interessant, weil das zu einem großen Teil hier vor Ort oder in relativer Nähe stattgefunden hat. Man hat ja sonst immer das Gefühl, alles rund um das römische Reich hätte sich woanders abgespielt. Die Niederrhein-Region hat in der Geschichte des römischen Reiches durchaus mehrfach eine interressante Rolle gespielt. Jedenfalls ist das ein guter Aufhänger um neben dem Herstellen von Figuren auch ein bißchen zu recherchieren, zu Lesen, Spielregeln zu entwickeln, einen Kampagnenplan mit lokalem Bezug zu entwerfen und diverse Ausflüge und Museumsbesuche einzubinden.

Namensgebung : Vagda - äh - Who?

Jedes Projekt braucht einen Namen und für dieses wählte ich "Vagdavercustis". Das haben sie noch nie gehört, kein Wunder, ist auch praktisch unbekannt. Es handelt sich - so nimmt man an - um eine Art germanische "Kriegsgöttin", die wahrscheinlich hier am Niederrhein verehrt wurde. Es gibt nur acht bisher gefundene Erwähnungen auf Inschriften die bis auf zwei aus dieser Gegend hier stammen. Nahezu alle Funde stehen im Zusammenhang mit am Niederrhein stationiertem römischen Militär. Ansonsten weiß man nichts darüber, vermutet aber das der Name auf eine Göttin der "kriegerischen Tüchtigkeit" hinweist. Oder auf eine heldenhafte Kriegerin? Wer weiß.

Umsetzung mit Figuren

Prince August hat eine sehr schöne aber kleine Reihe Formen für Kelten/Germanen und Römer im Programm. Anders als bei anderen Reihen hat man bei dieser Serie darauf verzichtet auch für die weniger benötigten Sonderfiguren Formen zu machen. Diese kann man deshalb nur als Figuren erwerben. Darüber hinaus kann man, wenn man möchte, auch alle Figuren kaufen, zu denen Formen vorliegen. Gießen "muss" man hier also ausnahmsweise nicht unbedingt, wenn man nicht möchte!

Ich werde das schamlos ausnutzen und nicht nur gießen sondern auch einen Teil der fertigen Figuren verwenden. Dieses Projekt kann ich auf diese Weise etwas schneller umsetzen. (Ist ja nicht so daß ich nicht genug Baustellen hätte...)

An Formen liegen uns 4 für die germanischen Krieger und 3 für die römischen Legionäre vor. Mit jeder erzeugt man 2 Figuren. Das heißt 8 verschiedene Germanen und 6 verschiedene römische Soldaten. Wie dieses Bild hier zeigt, reicht das, um lebendige Aufstellungen zu erreichen.


Werbefoto von Prince August - Römer und Kelten in Aktion

Probleme

  1. Wir bräuchten für das gedachte Szenario germanische und römische Reiter. Das gibt die Römer-Formenserie von Prince August leider nicht her. Unter den fertigen Figuren ist zwar ein Kommandeur zu Pferd, aber wenn wir den - sagen wir mal - für 8-12 römische Reiter nehmen, besitzen wir dann auch 8-12 Mann mit Legionsstandarte. Das wäre nicht nur ein bißchen viele Legionsadler sondern auch zu teuer (aber hey, wenn Sie möchten...). Da muss man entweder was zukaufen oder selbst was machen. Die Fantasy-Form Nr. 667 sieht ganz so aus als würde sie einen passablen "Germanen" zu Pferd abgeben - und wenn nicht hätten wir auf jeden Fall schon mal eine Form für ein passendes Pferd. Die Fantasy-Form Nr. 670 enthält einen Speerwerfer, dessen obere Hälfte evtl. auf die Unterseite eines Reiters montiert einen Germanen zu Pferd abgeben könnte. Nebenbei entdecke ich gerade, das die Fantasy-Formen 670, 681 und evtl. auch die 651 zu diesem Projekt hier passen könnten. Das werde ich mal untersuchen.

  2. Die Römer setzten beim Kampf und das Lager Gelduba Katapulte (Onager?) ein wie man lesen kann. Die nehme ich aus der Fantasy-Serie wenn ich sie brauche. Oder waren das Pfeilwurfmaschinen?

  3. Schiffe und Boote spielten bei der ganzen Episode auch eine Rolle. Zeitweilig beherrschten die Germanen den Fluß (auf Schiffen die sie den Römern abnahmen?) und es gibt Anekdoten bezüglich Überfällen und Kämpfen auf dem Wasser. Wenn das Thema werden sollte, basteln wir uns was - sag ich mal.

Planung : Was und Wieviel?

Beim Gesamtumfang will ich das Ganze nicht so extrem groß machen. Ich hab mich ein bißchen von Bildern im Netz leiten lassen um die Größe abzuschätzen. Die meisten Aufstellungen sind mir für den Anfang aber zu groß, da stehen ja manchmal schon halbe Legionen auf dem Tisch. Man kann ja mit Hilfe der Formen jederzeit den Umfang vergrößen, ich fange aber kleiner an.


Werbefoto von Prince August : Exemplarische Aufstellung der Römer-Figuren.

Nehmen wir einfach mal dieses Werbebild vom Hersteller. Sieht doch gut aus. Was wir sehen sind 2 Einheiten aus jeweils 12 Legionären (3 Reihen a 4 Mann und das 2 mal). Das Ganze plus Sonderfiguren. Verdreifachen wir das gedanklich einfach mal und schon steht da eine recht passable römische Figurenarmee. Das wären dann 72 Legionäre plus Extras.(Fast schon soviel wie eine echte Centurie.) Teilen wir diese Zahl durch die 6 versch. Legionäre, die wir aus den Formen gießen können, dann muss man jeden Legionär 12x herstellen. Das ist nicht so viel.

Jetzt muss ich nur noch wissen wie ich die gruppiere um festzulegen welche Zusatzfiguren ich wie oft brauche. Also : 2x12=24 Figuren (also wie auf dem Bild) nehme ich als eine "Kohorte" und jede davon bekommt einen Standartenträger (Signifier) einen Primas Pilus und einen Tribun. Ich teile die Kohorte in zwei Teile zu 12 Mann und bezeichne das einfach als "Centurie". Diese bekommt jeweils einen Centurion als Anführer, einen Optio als Unteroffizier und einen Musiker. Die ganze Armee (2 Kohorten) wird angeführt von einem Kommandanten zu Pferd und einem Adlerträger (Legions-Standarte). Das ist natürlich willkürlich, nicht genau hsitorisch und in keinster Weise an irgendeinem Maßstab orientiert. Aber wenn ich die Figuren so wenigstens in etwa entlang der historischen Aufteilung strukturiere, bekomme ich Ordnung in die Sache.

Die Germanen/Kelten sollen natürlich auch ungefähr so viele Figuren wie die Römer bekommen. Hier haben wir 8 versch. Posen in 4 Formen. Das es in der Formenserie mehr unterschiedliche Germanen gibt als Römer macht übrigens Sinn. Und zwar weil die Römer in ordentlichen Formationen auftraten und deshalb in Reihen/Gruppen gleicher Haltung richtig aussehen während die Germanen hingegen (wahrscheinlich) eher "lose" kämpften und es deshalb besser aussieht, wenn da etwas mehr Posen vorhanden sind.

72 durch 8 ergibt 9 Abgüsse pro Pose. Ich gehe runter auf 8 um eine gerade Zahl zu haben (it's hip to be square...) und komme auf 64 Figuren insgesamt. Regimenter gibt es da natürlich nicht, deshalb teile ich die Figuren auf in 2 "Stämme" zu 32 Mann. Jeder Stamm bekommt eine Gruppe von 6 Zusatzfiguren, d.h. jeweils einen Häuptling, Druiden, Lurenbläser usw. Die beiden "Nobles" (also "Edelleute") aus der Packung mit dem Druiden nehme ich als "Unterhäuptlinge" die jeweils eine Hälfte eines Stammes (16 Mann) bei Bedarf anführen sollen.

Damit wäre die Größenkalkulation schon durch. 136 selbstgegossene Figuren, 12 germanische Sonderfiguren, 27 römische Sonderfiguren plus 1 Reiter und 1 Standarte. Macht zusammen : 177 Figuren. Alles weitere, Reiter z.B., läuft extra und kann noch nicht festgelegt werden.

Muss das immer alles so geplant sein?

Nein, natürlich nicht. Aber es macht Sinn. Ich weiß dann z.B. wieviel von welchen Figuren ich gießen muss und ich wurschtel nicht so ins Blaue hinein. Früher hab ich das auch anders gemacht, aber im Laufe der Zeit sieht man ein, das es besser ist, sich vorher mal Gedanken zu machen. Außerdem sollen meine Projekte ja evtl. auch jemanden inspirieren und zu eigenen Projekten anregen. Dann ist es schön, wenn hier bei mir ein stimmiges Bild herauskommt.

Und es geht los : Die ersten beiden Formen

Aus irgendeinem mir nicht mehr bekannten Grund liegen die Formen Nr. 6002 und 7002 bei mir offen rum. Dann machen die jetzt gleich den Anfang.

Die Form Nr. 6002. Wie immer hab ich etwas nachgeholfen und Luftkanäle geschnitten. Leider hatte ich nicht so gutes Material in der Pfanne, denn die Figuren könnten "schärfer" abgebildet sein. Bei den nächsten Formen muss ich darauf achten, mal wieder mit Modelmetal zu gießen. Die Formen sind wirklich sehr detailreich, eigentlich schade das nicht zu nutzen.



Form Nr. 7002. Auch bei den Germanen hab ich etwas nachgeholfen aber nicht so viel. Wie immer sind es schmale Stellen wie Waffen oder Arme die eher mal stocken. Diese Form ist aber leichter zu gießen als die vorherigen Römer. Bei beiden gilt aber: die Schilde muss man doppelt so oft gießen, da nur eines pro Guss entsteht. Also hin und wieder mal abkühlen lassen!

Und das ist das Ergebnis der ersten Runde : 24 Römer und 16 Germanen. Von den geplanten Legionären sind das 1/3 der zu gießenden Figuren, von den Germanen 1/4. Das ging schnell, eine Gießsitzung. Nach dem Plan oben wäre ich mit diesen Formen eigentlich erstmal durch, bleiben noch 5 Formen.










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