Projektfortschritt: Britische Household-Guards

Hergestellt aus den den Formen 509 und 511

Das zweite Kavallerie-Segment fürs Waterloo Projekt ist nun fertig, auch wenn das warme Wetter das Bemalen ein bißchen schwierig machte. Nicht nur weil es einfach zu warm für sowas ist, die Farbe trocknet auf der Palette auch unheimlich schnell ein. Aber die Kameraden standen hier schon einige Tage herum, die mussten jetzt auch mal vom Tisch galoppieren um Platz für weiteres zu machen. Sehen wir uns, wie gehabt, erst einmal die Uniformen-Darstellung an.





"Die Life Guards [rot] wurden 1660 errichtet. 1788 entstanden durch Theilung die beiden noch heute unter diesem Namen bestehenden Regimenter. Die Horse Guards [blau] datiren ihren Ursprung vom Jahre 1661. Wegen der blauen Farbe der Uniform sind die Horse Guards auch noch unter dem Namen "The Blues" bekannt.

1812 legten die Regimenter die Hüte ab uund erhielten Helme mit schwarzem herabhängendem Rosshaarbusch. Für gewöhnlich wurden lange graue Ueberhosen mit rothen Streifen getragen. 1814 gelangten die Helme in der hier dargestellten Form zur Einführung. Die beiden Regimenter der Life Guards, sowie die Horse Guards führen in ihren Standarten die Namen: "Dettingen. Peninsula. Waterloo. Egypt,1882. Tel el Kebir"."


Uniformtafel von Richard Knötel, Band 4, Blatt 4. "Englische Garde-Reiterei 1815". Leibgarde (Life Guards) links, Garde zu Pferd (Horse Guards) rechts.

Die beiden Regimenter (1. und 2.) der Life-Guards wurden 1788 aus Kavallerieverbänden gebildet, die schon seit ungefähr 1660 bestanden. Dieses Regiment existiert noch heute. Anders als die Deutschen mussten die Engländer natürlich keine Schluss-Striche unter Teile ihre militärischen Traditionen ziehen. Deshalb bestehen viele sehr alte Verbände des britischen Militärs auch heute noch ununterbrochen fort. Heute kann man die Reiter dieses Regimentes immer noch "live" sehen, wenn man sich die "Trooping the Colour"-Parade zu Ehren des Geburtstages der englischen Königin ansieht. (Immer im Juni, zuletzt vor ein paar Wochen). Es handelt sich übrigens auch heute noch um "aktive" Soldaten, die abseits des Dienstes beim Wachregiment ganz regulär in einem Panzeraufklärer-Verband dienen.

Einsatz zur Napoleonischen Zeit

Die Life-Guards kamen während der napoleonischen Kriege spät zum Einsatz. Erst im Jahr 1812 wurde eine Brigade der Household-Truppen aufgestellt und nach Lissabon verschifft. Dort vergingen noch mal 6 Monate bis die Einheiten zum echten Kampfeinsatz herangezogen wurden. Es folgten Einsätze während der Schlachten bei Salamanca und Vittoria bei denen sie aufgrund der Umstände zwar nur zu wenig Ehren gelangten aber immerhin Kampferfahrungen sammeln konnten. Schon im Juni 1814 wurden die Truppen aber nach England zurück geschickt und wieder verkleinert. Im Folgejahr - nachdem Napoleon von Elba geflohen war - wurden sie hastig wieder aufgestockt und nach Belgien verlegt.

Auf dem Schlachtfeld von Waterloo wurde es 2 Uhr nachmittags bis die Haushold Kavallerie zum Einsatz kam um den Druck von den arg in Bedrängnis geratenen Besetzer des Hofes "La Haye Sainte" zu nehmen. Links von dem Hof (also östlich, bei der Straße) kämpften sie gegen Carabiniere, setzen 15 Kanonen außer Gefecht, eroberten 2 Adler (franz. Standarten) und erreichten beim weiteren Vordringen sogar die Wagen des französischen Trains. Unglücklicherweise verlor die Einheit dabei den Zusammenhalt, denn viele Reiter waren schließlich so weit vorgedrungen, das sie nicht mehr zum Regiment zurückkehren konnten. In der Folge ritten kleinere versprengte Gruppen zwischen den Karrees der Engländer umher.

Der Kommandeur der Household-Brigade bei Waterloo war Lord Robert Edward Henry Somerset, folgerichtig finden sie den Standort der Brigade auf Schlachtfeldkarten, wenn Sie nach dem Namen "Somerset" suchen. Auf den meisten Karten ist das ein Standort hinter der Mitte der englischen Linie, links von der Straße nach Waterloo, ungefähr dort wo Wellington selbst wohl seinen Standort hatte. Die Household-Brigade war Bestandteil der Kavallerie-Reserve des Lord Uxbridge. An der Tatsache, das diese Reserven eingesetzt wurden, kann man erkennen, das die Lage Wellingtons gegen 14 Uhr an dem Tag wirklich so angespannt war, wie man immer lesen konnte. Sie wissen schon: "Ich wollte es wäre Nacht oder die Preussen kämen...".





Die Reiterform Nr. 509 ist so einfach, das beim Gießen fast nie etwas schiefgeht, praktisch jeder Guss ist ein Treffer. Man benötigt nicht mal zusätzliche Luftkanäle.









Bei der Pferdeform 511 sind, wie bei dem im letzten Abschnitt gegossene Pferd, ebenfalls zwei Beine "hinterschnitten". Diesmal war das nicht ganz so problematisch. Damit die Luft irgendwo hin kann wie immer mit eingeschnittenen Luftkanälen. Insgesamt aber recht einfach zu gießen.



Wie bei den Husaren vorher hatte ich auch hier das Problem, das die Figuren nicht perfekt auf den Pferden sitzen. Tatsächlich landen die Reiter mit dem Hinterteil nicht ganz auf dem Sattel. Ich hab dann auch noch mal Reiter und Pferde mit den Husaren testweise getauscht, aber das brachte kein anderes Ergebnis. Aber ein bißchen Klebstoff und der Reiter hält und man sieht es auch nicht. Ist also kein wirkliches Problem.





Der Einfachheit halber - und weil es sich ja um ein Garderegiment handelt - habe ich diesmal alle Pferde in der selben Farbe bemalt. Bei solchen Einheiten, deren repräsentativer Auftritt sehr wichtig war, achtete man immer auf ein einheitliches Bild. Dazu gehörte auch ein einheitliches Aussehen der Pferde. In der Realität des Kriegs wären solche Kleinigkeiten natürlich nicht immer möglich gewesen, aber das lasse ich mal aussen vor.





Hier noch ein Bild vom Einsatz bei Waterloo. Einem gefallenen franz. Colonel werden als Trophäe die Epauletten abgeschnitten während nur wenige Meter entfernt franz. Kürassiere angreifen. Ein englischer Husar hält währenddessen die Zügel des Pferdes. Manche Leute haben Nerven...





Das zweite Bild ist ebenfalls phantasievoll aber etwas informativer. Man sieht den Kampf östlich des Bauerhofes "La Haye Sainte", Blickrichtung von der englischen Position aus Richtung Süden/Südwesten. Die Engländer (oder die Kings-German-Legion) bewegen sich entlang der Straße den Hügel hinab, im Vordergrund die Life Guards (rot) im Kampf mit franz. Kürassieren. Was da rechts am Horizont unsichtbar brennt dürfte das Chateau Hougomont sein, das Häuschen links hinten die kleine Kneipe "La Belle Alliance", nach der die Schlacht im deutschen Sprachraum benannt wurde.











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