Die englischen Foot-Guards

Die Form PA-533 gegossen, bemalt und Abmarschbereit.

Our army is composed of the scum of the earth - the mere scum of the earth. (Arthur Wellesley, Herzog von Wellington)

Naja, diesmal nicht, diesmal sind sie aus Zinn. Ein echter Fortschritt. Ich weiß auch nicht ob man "scum" (Abschaum) gießen kann. Wohl eher nicht. Witzigerweise bedeutet "scum" im englischen im Bereich der Metallverarbeitung aber auch "Schlacke", "Abstrich" oder "Hartblei". Eine gewisse Verwandschaft ist also schon gegeben.

Wellington mag nicht viel von seinen Truppen gehalten haben, trotzdem hat sich dieser "Abschaum" seinen Platz in der Geschichte erarbeitet. Im Nachlauf wurde dieser Ruhm dann noch deutlich propagandistisch aufgeblasen, so dass in der Folgezeit der Eindruck entstand, die Engländer hätten den größten Anteil am Kampf gegen Napoleon gehabt. Das glauben viele noch heute. Hauptgegner des Korsen waren aber über die meiste Zeit hinweg die Österreicher sowie die Russen und Preussen. (Und auch andere Nationen leisteten ihren Beitrag, aber das wäre ein anderes Thema.)



Uniformtafel von Richard Knötel, Begleittext :

"Englische Infanterie-Offiziere 1815"

Wir geben auf diesem Blatte eine Zusammenstellung von Offizier-Uniformen verschiedener Infanterie-Regimenter. Es wird aus der Abbildung deutlich hervorgehen, durch welche Stücke die Regimenter sich unterschieden. Ausser der characteristischen Abzeichenfarbe sind dies die Beschläge der Czakos und des Bandeliers, ferner der Litzenbesatz, der von einzelnen Regimentern getragen wurde. Die Rabatten sind theilweise überknöpft dargestellt, theilweise aufgeknöpft (Parade), bei einer Figur nur in den oberen Theilen aufgeschlagen (73. Reg.). Die grauen Hosen wurden im Felde getragen. Der Offizier der leichten Infanterie (52. Reg.) trägt einen Czako von abweichender Form, auch eine anders gestaltete Schärpe.


(Dargestellt von Links nach Rechts : 52. oder Oxfordshire-Regiment of Light Infantry, 87. oder Prince of Wales own Irish Reg., 9. oder Britannia Regiment, 73. Regiment und 97. Regiment oder Queens own Reg.)


Englands eigentlicher Einstieg in der Krieg auf dem europäischen Festland, also abseits des Seekrieges, kam relativ spät. Er begann erst Mitte 1808, als der Kampf um Portugal und Spanien entbrannte und der Krieg auf der Pyrenäneninsel begann (im englischen als der "Peninsular-War", der Halbinselkrieg bezeichent). Die Besetzung Portugals durch die Franzosen brachte das mittlerweile in Europa ziemlich isolierte Britannien dazu, einen Versuch zu wagen, doch noch auf dem Festland einen Fuß in die Tür zu bekommen. Von der ersten Landung im August 1808 in der Mondego-Bai nördlich von Lissabon an kämpfte die britische Armee an der Seite der Spanier über Jahre hinweg in zahlreichen Schlachten und Gefechten gegen die Franzosen bis sie endlich Ende 1813 die Franzosen zurückdrängen und das Pyränengebirge Richtung Frankreich überschreiten konnte. Die englische Armee verbrachte somit den größten Teil ihrer "Landoperationen" in Spanien und Portugal. Als sie die Pyränenhalbinsel erobert hatte, wankte Napoleons Imperium bereits, denn der im Vorjahr katastrophal fehlgeschlagene Feldzug nach Russland und der daraufhin erstarkende Widerstand der unterworfenenen Nationen (in Deutschland begann der "Befreiungskrieg") waren bereits dabei, dem französischen Großreich langsam aber sicher den Garaus zu machen.

Die in der Form 533 dargestellten "Foot-Guards" waren praktisch von Anfang an an diesem Feldzug beteiligt und blieben bis zum Schluss dabei, als sie auf dem Schlachtfeld von Waterloo das Chateau Hougumont verteidigten.

(Eigentlich ist es unsinning die Form so zu bezeichnen, denn die Uniformen der britischen Armee sahen sich seinerzeit weitestgehend alle so ähnlich, das man mit diesen Formen auch ganz normale englische Linieninfantrie oder die Soldaten der "Kings German Legion" - aus Hannover - darstellen kann.)



Uniformtafel von Richard Knötel, Begleittext :

"Linien-Infanterie der Englisch-Deutschen Legion 1812"

Die Uniformierung entsprach fast genau derjenigen der Englischen-Infanterie. In der englischen Armee trugen die sogenannten königlichen Regimenter blaue Abzeichen. Solche erhielt auch die Legions-Infanterie als Königliches Corps (Kings German Legion). Ausser durch die Abzeichenfarben, die für die übrigen Regimenter der Englischen Armee sehr mannigfaltig waren, diente das Muster der Brustlitzen als Unterscheidungszeichen. Bei der Legion war die weiße Litze blau durchwirkt. Als Abweichung von der Norm sind zu bemerken: Die Schwalbennester (wings) der Grenadiere und Scharfschützen zeigen bei der Legion blauen Grund, während die entsprechenden Uniformen der Engländer hier rothen Grund hatten. Der Schossumschlag war bei der Legions-Infanterie blau anstatt weiß. Der Stutz war ganz weiß während ihn die Engländer mit rother Wurzel trugen. Die Scharfschützen trugen den Hirschfänger der leichten Infanterie am Koppel um den Leib. Der Stutz war grün. Die Scharfschützen-Offiziere unterschieden sich von den übrigen Infanterie-Offizieren der Legion durch roth und golden Wings, Schärpe in der Form, wie bei den Husaren, Schleppsäbel und grünen Stutz. Die Soldaten der Centrums-Compagnien trugen an der Stelle der Wings kurze, weiße Wollfranzen.


Die Form selbst ist nicht anders als die letztens benutzte Form der Kaisergarde. Es macht wie immer Sinn Luftkanäle zu schneiden, vom Bajonett des Soldaten sowie von dessen Kopfbedeckung aus nach oben damit auch der Puschel am Tschako, der sog "Stutz", etwas wird. Der Säbel des Offiziers macht auch hier etwas Schwierigkeiten, so dass ich auch dort ein kleines Loch nach außen gebohrt habe. (Und wie wir auf dem Foto unten sehen können wäre ein Luftkanal von der ausgestreckten Hand des Offiziers auch nicht schlecht, der ausgestreckte Finger ist nicht rausgekommen...)





Die erforderliche Menge war schnell gegossen und hier marschieren sie bereits bemalt ihren zuküntigen Einsätzen entgegeben. Die Fahnenträger und die Schützen kommen noch nach, dann sind die Einheiten komplett.





Die Figurengruppen sind übrigens mit ganz normalem Holzleim auf sehr dicke Pappe geklebt, die ich zufällig noch hatte (immer aufpassen was man wegwirft). Da wackelt und verbiegt sich nichts, die dicht aneinander geklebten Standflächen der Figuren stabilisieren das Ganze perfekt. Bei den Farben für die Standflächen bin ich mir übrigens noch nicht sicher, die bleiben vorerst noch unbemalt.

Stand des Projektes (Mitte März 2019)

Der Stand zu diesem Zeitpunkt - die Kaisergarde von neulich und die Engländer aus diesem Schub - liegen zusammen schon bei 131 Figuren. Bißchen krumm die Zahl, aber ich habe auch ein paar Figuren überproduziert.

Recherisch bedeutet das, dass fast 33% des 400-Figuren-Projektes bereits fertig sind. Ein paar Figuren (10-12) hatte ich schon vorher, aber die machen den Braten nicht fett. Für zwei Gieß-Durchgänge und zwei Bemalblöcke (die ich nach und nach über eine Reihe von Tagen erledigt habe) gar nicht schlecht denke ich. Und das mit nur zwei Formen der Serie.

Theoretisch müßten jetzt also noch 4 Gießaktionen und 4 Bemalsitzungen reichen, um das Projekt nach Plan fertigzustellen (also ganz platt gerechnet : noch zweimal ungefähr 33%). Aber ganz so einfach wird es dann doch nicht werden, da einige Gruppen einen anderen Aufwand erfordern. Zum Beispiel ist das Bemalen von Pferden und Reitern etwas aufwändiger und wie ich die Highlander mit ihren Kilts hinbekomme, werden wir noch sehen müssen.



Zum Abschluss noch ein Gesamtbild des aktuellen Projektfortschrittes. In den nächsten Abschnitten werde ich mich zur Abwechslung mal der Kavallerie und der Artillerie zuwenden.







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