Der Weg nach Waterloo - Projektstart

Start eines Wargaming-Projektes

Das große Drama, das die ersten beiden ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts bestimmte, das Gesicht Europas veränderte und dessen Auswirkungen teilweise bis in die heutige Zeit reichen ist das im Zinnfiguren-Hobby wahrscheinlich am meisten beachtete und bearbeitete Thema. Die sog. "Napoleonischen Kriege" von 1800-1814, der Befreiungskrieg von 1813-1815 und die "Herrschaft der hundert Tage" (1815) mit ihren Kriegshandlungen von Spanien bis nach Moskau und einigen der wichtigsten Schlachten der Weltgeschichte beschäftigt noch heute die Historiker, Autoren, Fimemacher und Westentaschen-Generäle. Also Leute wie sie und mich.

Im Rahmen eines hier kontinuierlich dokumentierten Projektes werde ich zeigen, wie man mit Hilfe der von Prince August erhältlichen (und natürlich bei mir zu kaufenden) 25mm-Formen ansehnliche Wargaming-Armeen für ein Strategiespiel aufbaut, mit dessen Hilfe wir die Schlachten und Gefechte der damaligen Zeit - oder unsere eigenen - Nachspielen oder simulieren können.

"Der Weg nach Waterloo" ist natürlich nur im übertragenen Sinne gemeint, denn ich will nicht nur auf die Darstellung dieser einen Schlacht hinarbeiten. Ziel dieses Projektes ist es, alle Formen der Serie zu testen und zu zeigen, die Darstellungs- und Umbaumöglichkeiten zu ermitteln sowie die Entwicklung eines dazu passenden einfachen Regelwerkes für napoleonische Strategiespiele. In dem Zusammenhang werde ich mich neben der Figurenherstellung auch mit Büchern, Schlachten, Filmen und allem was mir zum Thema auf- oder einfällt hier auseinander setzen.

Gleich vier Formenserien in meinem Sortiment beschäftigen sich mit der napoleonischen Zeit. Die kann ich natürlich nicht alle im großen Maßstab einsetzen. Für unser Strategiespiel konzentriere ich mich deshalb in erster Linie auf die 25mm-Formen von Prince August. Das ist das Hauptprojekt. Als zweites Darstellungsmittel werde ich mit den 54mm-Formen von Creartec und denen von Prince August kleine oder auch größere Aufstellungen realisieren. Man sagt ja, das Figuren in 54mm Größe nicht fürs Wargaming geeignet sind. Da ich selbst aber auf Conventions (Veranstaltung, meistens eine Mischung aus Messe und Börse) mittlerweile mehrfach das Gegenteil gesehen habe, werde ich versuchen zu erarbeiten was man mit diesen Formen bzw. Figuren alles anstellen kann. Vor allen Dingen was das Umbauen von Figuren angeht ergeben sich hier ganz andere Möglichkeiten als in kleineren Maßstäben.

Wie soll das aussehen?

Im unten gezeigten Bild sehen sie eine Fotografie aus dem Buch "Napoleonic Wargaming" von Charles Grant aus dem Jahr 1973. Charles Grant (+1979) gilt heute als einer der wichtigsten Autoren des modernen Wargamings, sein Buch "The War Game" (1971) ist einer der Klassiker unter den Regelwerken und wird heute noch oft benutzt (es gab vor ein paar Jahren sogar eine Wiederauflage was in diesem Genre eher unüblich ist). Sein Sohn Charles S. Grant ist übrigens ebenfalls ein bekannter Autor zahlreicher Bücher zu historischen und Hobby-Themen.

Das ist so ziemlich der gleiche Stil. Und dieser Spieltisch sieht doch beeindruckend aus. Das ist ungefähr das, was wir in diesem Projekt erreichen wollen und werden. Ein wirklich schönes, umfangreiches und vor allem auch noch selbstgemachtes(!) Tabletop-Wargame. Wir (oder, wenn sie nicht mitmachen, zumindest ich) haben jetzt eine schöne Zielvorgabe, auf die wir hinarbeiten können. Die genaue Menge an Figuren und Einheiten sowie die Strukturierung der Armeen werden in einem späteren Artikel ausgearbeitet.





Noch ein Bild aus dem erwähnten Buch, das die von Mr. Grant verwendeten Figuren im Detail zeigt. Wir werden sehr wahrscheinlich auf Charles Grant noch an anderer Stelle zurückkommen, denn interessanterweise sind seine Regeln denen von mir angedachten bzw. entworfenen an manchen Stellen ähnlich (aber oft auch ganz anders). Wirklich spannend ist, das er bei den in seinem Buch ausgeführten Regeln eigentlich ohne Würfel auskommt und er das sehr gut mit der Untersuchung und Umrechnung von Distanzen, Geschwindigkeiten und Trefferquoten erklärt, die er aus historischen Quellen entnommen hat. Auch ein Grund warum seine Arbeiten für das Genre so wichtig sind.

Erst mal ein bißchen was zu den 25mm-Formen.

Ende der 70er-Jahre begann die Firma Prince August damit, Formen für 25mm napoleonische Wargaming-Figuren herzustellen. Ich verkaufe diese Formen zwar schon sehr lange, habe aber auch nicht gewusst das es diese Produktreihe schon so lange gibt. Ich hatte sie immer in 1990er-Jahre einsortiert. Kürzlich endeckte ich aber eine alte Ausgabe des Airfix Magazins vom Mai 1980, in der ein zweiseitiger Bericht über diese damals aktuelle Neuheit enthalten ist.





Und wenn ich mal richtig aufgepasst hätte und mein eigenes Archivmaterial schon früher auch mal aufmerksamer gesichtet hätte, wäre mir das auch früher aufgefallen. Auf einem alten und zerfledderten Neuheiten-Blatt finden sich nämlich nicht nur die ersten Formen für 25mm-Figuren sondern auch die Jahreszahl 1979.









Die hier gezeigten Formen sind übrigens heute (2018) so nicht mehr alle erhältlich. Die Infanteristen (501-506) sind mittlerweile alle in später herausgekommene 3er-Formen gewandert, bei denen sie allerdings ohne das Marschgepäck dargestellt werden. Wenn Sie also diese ganz alten Formen irgendwo auftreiben : festhalten, das sind jetzt Sammlerstücke. Kein Problem, für unser Projekt sind sie nicht erforderlich.

Interessanterweise hatte die Firma Airfix damals keine Ängste in ihrem hauseigenen Magazin über Produkte zu berichten, die in einem Kokurrenzverhältniss zu ihren eigenen standen, immerhin stellte Airfix ja ganz ähnliche Figuren in Plastik her. Wenn man sich die im Netz herumgeisternden PDF's des Magazines (suchen müssen sie die selbst, Sie wissen sicher warum... ) ansieht, kann man sehen, das das Magazin sich nicht als Werbeprospekt für eigene Produkte sondern vor allem als allgemeines Modellbau-Magazin mit einem mal mehr, mal weniger ausgeprägtem Airfix-Schwerpunkt verstand. Das machte das Magazin sicher leichter verkäuflich und als einer der damaligen Marktführer konnte man sich sowas sicher problemlos erlauben. Das Airfix-Magazin enthielt Anfang der 1970er Jahre übrigens erstaunlich viele Artikel und Anzeigen rund um Figuren, so daß es seinerzeit sicher auch für Wargamer eine gute Informationsquelle war. (Ich habe da ein paar Anregungen gefunden, die ich hier auch noch mal thematisieren werde.)



Das Fazit in dem Artikel nach dem Ausprobieren der Formen fällt übrigens sehr positiv und fair aus :

"Quality and detail is excellent and diorama builders will be just as happy with these figures as wargamers... ...We had much fun testing the system and may well return to the subject later as there is much wich can be done with these figures..."

Ich weiß nicht ob sie das getan haben und spätere Ausgaben des Magazines das Thema tatsächlich noch mal aufgegriffen haben. (Informationen dazu wären willkommen!) Aber das ist ja egal, denn das mach ich ja jetzt an dieser Stelle.

Im nächsten Artikel werde ich eine erste Form im Detail zeigen und die erste Einheit unserer Armeen herstellen.

Hier gehts zu den Formen im Shop









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