Trophaeum der Bataverschlacht bei Gelduba (Krefeld) gefunden

Wieder ein Puzzlestück zur Bataverschlacht...

Nach dem Tode Kaiser Neros im Jahr 69 n.Chr. entstand im römischen Reich ein Machtvakuum, das zu einem Machtkampf um die Kaiserwürde führte. Gleich vier mächtige Anwärter, die Statthalter Galba, Otho, Vitellus und der Feldherr Vespasian kämpften um die Nachfolge. Diese Zeit ist als das "Vierkaiserjahr" in die römische Geschichte eingegangen.

Die germanischen Stämme im Rheindelta, allen voran die Bataver unter der Führung durch Julius Civilis, nutzten die Situation um die verhassten Besatzer zu vertreiben. Es kam zum Aufstand und schließlich zur "Bataverschlacht" in der Nähe des römischen Kastells "Gelduba" bei Krefeld. Die Schlacht endete allerdings mit einem Sieg der Römer und die römische Herrschaft über den Niederrhein hielt - über Jahrhunderte hinweg intensiv umkämpft - bis ungefähr um das Jahr 420 n.Chr. an. Auf dieses Jahr läßt sich derzeit der letzte Umbau der Gelduba-Befestigungsanlange datieren.

Der römische Historiker Tacitus (58 bis 120) hat in seinen „Historien“ den extrem blutigen Kampf der Germanen und den Sieg der Römer bei Gelduba verewigt. Und wie alle schriftlichen Quellen musste sich auch diese Überlieferung der Frage stellen: Kann man das beweisen? Die Ausgrabungen in den letzten Jahrzehnten rund um Gelduba waren in der Tat ziemlich umfangreich und ergiebig. So wurden u.a. 6000 Grabstellen ausgegraben sowie ein Massengrab ganz der Nähe des Kastells gefunden, in dem 40 menschliche und ebensoviele Pferdeskelette gefunden wurden. Glaubt man der Wikipedia gab es bereits viele Grabungsfunde die auf eine Schlacht hinwiesen.

Die Wikipedia listet - mit Hinweis auf eine Veröffentlichung von Christoph Reichmann - folgende archäologische Hinweise auf eine Schlacht auf:

  • über 200, meist in Pfahlgruben umgekommene Pferde in der Nähe der Ubiersiedlung und entlang des Walls
  • allein 80 Pferdekadaver beim Haupttor des Hilfstruppenlagers
  • Lagergräben im nordwestlichen Bereich des späteren Kastells
  • gefallene römische Legionäre vor den Gräben und südöstlich des späteren Kastells
  • batavische Fußtruppen in der Nähe von geplünderten Speichern etwas weiter südlich
  • batavische Reiterei von Nord-Westen einfallend

Wie die WZ (Westdeutsche Zeitung) nun aktuell berichtet hat der Krefelder Stadtarchäologe Hans Peter Schletter kürzlich ein weiters Puzzlestück gefunden, das die Überlieferungen zur Schlacht belegen soll. Es handelt sich dabei um zwei scheinbar "rituell bestattete" Helme, die als Überbleibsel eines sog. Throphaeums gedeutet werden.

Üblichwerweise bauten die Römer nämlich ein solches Trophaeum an genau jener Stelle eines Schlachtfeldes, an der der Feid sich abgewandt hat um die Flucht zu ergreifen. Dabei handelte es sich um einen Pfahl an dem Waffen, Rüstung und Bekleidung der Gegner angebracht wurden. Man baute also eine Art Denkmal, das an den Sieg erinnern sollte und das den Platz evtl. sogar heiligte.

Die Zeitungsberichte gehen nicht darauf ein, aber ich nehme mal an, das man seitens der Fachleute davon ausgeht, das die Römer das Throphaeum später nach einiger Zeit abgebaut haben - vielleicht weil es im Laufe der Zeit verfiel - und die Helme an jener Stelle begruben um diesen wichtigen Ort zu kennzeichnen und das Andeken zu wahren.

Mit dem neuerlichen Fund ist nicht nur die Gelduba-Schlacht ein bißchen besser belegbar sondern auch das Schlachtfeld an sich, denn man kann somit exakt jenen Punkt des Schlachtfeldes bestimmen, an dem die Wende im Kampf eintrat. Ich werde demnächst wohl mal wieder beim Lager Gelduba vorbeischauen um herauszufinden ob man was Neues sehen kann. Die Ausgrabungsstätte ist nämlich nur ein paar Kilometer von hier entfernt, man könnte fast hinlaufen.







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