Der Zinngießvorgang

Zinngießen ist nicht schwer. Es erfordert ein kleines bißchen Übung und Erfahrung und die kann man sich sehr schnell aneignen. Vorab muss allerdings gesagt werden : beim Zinngießen gibt es keine 100%tige Erfolgsgarantie! Wie auch beim industriellen Metallguß besteht immer die die Möglichkeit des Fehlgusses.




Der Zinngießvorgang in einer Anleitung von Prince August.



1) Formen vorbereiten

Pudern sie die Innenseiten der Zinngießformen leicht mit Talkum ein. Benutzen Sie hierfür einen kleinen Wattebausch oder einen Malerpinsel. Das Talkum sorgt dafür, das die Luft aus der Form entweichen kann und schützt darüber hinaus die Form.



Schlagen Sie die beiden Formhälften leicht zusammen, um überschüssiges Talkum zu entfernen. Anschließend legen Sie die Form zusammen. Achten Sie auf passgenauen Sitz der Formhälften aufeinander.





Metallformen rußt man traditionell über einer Kerzenflamme ein, sie können sie aber auch mit Talkum eingepudern. Ruß in den Formen hat allerdings den Vorteil, das die Oberfläche der Figuren glatter und somit auch glänzender wird.

Wichtig : Man muss die Formen wirklich nicht vor jedem Guß einrußen oder mit Talkum einpudern - das wäre ganz schön lästig. Sie können eine Reihe von Güssen machen (sagen wir mal 5-8) bevor Sie den Vorgang wiederholen müssen.



2) Formen zusammensetzen

Die einzelnen Formenserien (siehe auch Serienübersicht) sind etwas unterschiedlich zu handhaben. Während Gießformen aus Metall keine Stützbrettchen benötigen - die dicken Metallformen sind in sich selbst formstabil - benötigen Formen aus Silikon und Kautschuk immer stützenden Halt. Bei den vergleichsweise "weichen" Silkon- und Kautschukformen kann sich der Andruck der Klammern erst durch die Brettchen einigermaßen gleichmäßig verteilen.

Legen Sie bei Kautschukformen auf jede Seite der Form ein kleines Stützbrettchen aus Holz und klemmen Sie das Ganze mit ein bis zwei Formenklammern zusammen. Die Stützbrettchen sorgen dafür, dass sich der Andruck der Klammern gleichmäßig auf die Form verteilt.

Stellen Sie die Form aufrecht auf eine ebene Fläche und stellen Sie sicher, das sie nicht umkippt.

Übrigens, das Einspannen im Schraubstock, an das die meisten Heimwerker und Bastler spontan denken ist - zumindest bei den Kautschuk- und Silikonformen - keine so ganz gute Idee, denn die Kraft läßt sich zu schlecht dosieren und die Formen werden entweder verformt oder zu stark zusammengedrückt so dass das Metall nicht richtig fließen kann.

3) Gießen

Schmelzen Sie das Gießmetall/Zinn in Ihrem Gießofen ein. Sie können die Temperatur der Schmelze testen, indem sie ein Streichholzstäbchen (ohne Zündkopf!) kurz in das flüssige Metall halten. Wenig Rauch zeigt eine korrekte Temperatur an, viel Rauch bedeutet eine zu hohe Temperatur. Diese Messmethode ist zwar recht grob, aber durchaus hilfreich. Sobald man ein wenig Erfahrung hat und ein Gefühl dafür entwickelt wird dieses Nachmessen allerdings nicht mehr nötig sein.

Gießen Sie das flüssige Metall in die vorbereitete Form. Gießen Sie dabei kontinuierlich und vorsichtig bis die Form bis zum oberen Rand des Eingusses gefüllt ist. Sparen sie die großen Angüsse (Einlauftrichter) nicht  aus ! Das Gewicht, das diese Metallmengen auf den Forminhalt ausüben, ist von Vorteil für den Fluß des Metalls.

Um das Fließen des Metalls in alle Details und kleinen Kanäle zu forcieren und festsitzenden Luftblasen auf die Sprünge zu helfen, können Sie mit einem Werkzeug während bzw. kurz nach dem Gießen leicht gegen die Form tippen.

Lassen Sie die Form abkühlen. Unter gar keinen Umständen sollte die Form oder das Zinn gekühlt oder "abgeschreckt" werden.



4) Fertigstellen ("Putzen"

Öffnen Sie die ausreichend erkaltete Form(!) und entnehmen Sie die fertige Figur bzw. den "Rohling". Untersuchen Sie die fertige Figur auf Gußfehler. Achten Sie besonders auf herausragende Teile wie Degen, Gewehre, Arme usw. Nichts ist ärgerlicher als weitere Arbeit in eine Figur zu stecken, bei der man einen Gußfehler erst später entdeckt. Figuren, die nichts geworden sind, kann man wieder einschmelzen.

Die Angußkanäle werden mit dem Seitenschneider ("Kneifzange") abgeknipst oder evtl. mit einer kleinen Metallsäge abgesägt. Die Grußgrate an den Figuren entfernt man dann mit einem kleinen Messer und kleinen Feilen. Für die Standflächen, die unten einen Anguß haben oder ungerade sind sollten sie auch eine große Metallfeile bereit halten, das macht es einfacher.

Im Regelfall sind ihre Figuren jetzt schon fertig. Manche Figuren müssen aber auch zusammengebaut werden. Dafür benötigt man wenigstens einen sog. Sekundenkleber, bei größeren Teilen empfehle ich einen 2-Komponenten-Kleber ("2K-Kleber"). Dieser braucht zwar meistens einige Minuten um fest zu werden, aber Sie erhalten praktisch "bombenfeste" Verbindungen. Die gibts in jedem Baumarkt.

Ziemlich hilfreich: Die sog. "Dritte Hand". Ideal um Teile für längere Zeit in Position zu halten so das auch langsam abbindender Klebstoff fest werden kann.


Wenn Sie geschickt sind, sich damit auskennen oder es probieren wollen kann man Figuren auch zusammenlöten. (Ich habs probiert, bei Bodenplatten ging es ganz gut, aber mehr kann ich dazu nicht sagen.







*Alle Preise verstehen sich einschließlich Mehrwertsteuer, zuzüglich Versandkosten.

**Gilt für Lieferungen nach Deutschland. Lieferzeiten für andere Länder und Informationen zur Berechnung des Liefertermins siehe hier : Versandkosten & Versandinfo.

Allgemeine Geschäftsbedingungen     Versandkosten & Versandinfo     Widerrufsrecht & Widerufsformular     Datenschutzerklärung     Impressum

Diese Website bzw. das darunter werkelnde Contentmanagement- und Warenwirtschaftssystem wurden auf Debian GNU/Linux Rechnern mit KDE- bzw. XFCE Desktop entwickelt. Als Sprachen kamen zum Einsatz : HTML, CSS und PHP und ein kleines bißchen Java-Script. Verwendete Werkzeuge : MySQL, Geany, Filezilla, Chromium, Gimp, Inkscape, Libre-Office, Kate, Tomboy und nicht zuletzt das gute alte XFCE-Terminal. Es wurde ganz bewusst auf alle fremden Cookies, Tracker, Analyse-Tools und externe Module verzichtet. Alles hand- und hausgemacht - wie es sein muss.

© 1999 - 2018 Ralf Wloka